Asam-Gymnasium München

Kerninformationen

Zukunftsthema: Stadt der Zukunft
Jahrgangsstufen: 10
Beteiligte Fächer: B, C, Ph, Geo, D, Ku

Kontakt

Asam-Gymnasium München
Schlierseestr. 20
81539 München
Telefon: 089/69365980
www.asg.musin.de

Beteiligte Projektlehrkräfte

Thomas Seibold, Stefan Hoeft, Judith Martin, Gabriela Graben, Markus Hirschl, Christine Trecker, Verena Tautz, Stefan Eberstadt

Beteiligte Fächer

Der Unterricht zu den genannten Themenfeldern findet gemäß Lehrplan immer mit Blick auf das Rahmenthema statt. Die Fachlehrkräfte arbeiten eng zusammen. Neben der inhaltlichen Absprache finden auch fächerübergreifende Einheiten statt.

Bewährt hat sich auch das Konzept des naturwissenschaftlichen Vormittags (je zwei Stunden C, Ph und B). Dies ermöglicht den Klassen, größere, fächerübergreifende experimentelle Einheiten bei Bedarf auch sechs Unterrichtsstunden am Stück durchzuführen.

Die lebensnahe Herangehensweise fördert die Vernetzungsfähigkeit der Schüler in besonderem Maße, da sie sich nicht z. B. nur mit der Architektur eines Zukunftshauses, sondern auch mit dessen Energieeffizienz, mit geeigneten Baumaterialien und mit der Standortwahl auseinandersetzen.

Thematischer Überblick

In „Die Stadt der Zukunft“ befassen sich Zehntklässler mit zentralen Fragen städtischen Lebens in der Zukunft.

Den Auftakt machen die Fächer Deutsch und Kunst, die sich zu Beginn des Schuljahres mit Visionen und Utopien auseinandersetzen und Innovationsbedarf identifizieren.

Über das Jahr verteilt und gemäß der jeweiligen Lehrplanbezüge greifen weitere Fächer die Thematik auf. Sie beschäftigen sich u. a. mit mit Fragen zum Wohnraum, zur Ökologie und zur Mobilität – immer auch mit dem Focus der Realisierbarkeit. Wirtschaftliche und politische Überlegungen können hier nicht außen vor bleiben.

Am Ende des Schuljahres steht schließlich eine Stadt der Zukunft greifbar im Schulhaus – Kunst und Deutsch haben den Faden kreativ wieder aufgegriffen und die Ergebnisse und Visionen modelliert.

Materialien

Deutsch

Das Fach Deutsch bietet in der 10. Jahrgangsstufe vielfältige Anknüpfungspunkt zur „Stadt der Zukunft“. So spricht der Lehrplan bereits im Zusammenhang mit dem zu erwerbenden Grundwissen in der 10. Jahrgangsstufe von der „Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen und grundsätzlichen Fragen“, damit die Schülerinnen und Schüler ihre „Einstellungen und Werthaltungen“ erörtern und diskutieren können. Fragen nach der Stadt der Zukunft mit ihren Herausforderungen und Problemen zusammen mit ausgewählter Literatur zum Thema eignen sich ausgezeichnet dafür, diesen Anforderungen des Lehrplans in dreierlei Hinsicht nachzukommen

  1. In Abstimmung mit den Themen der naturwissenschaftlichen Fächer wurden einschlägige Werke aus dem Bereich „Science Fiction“ ausgewählt, bei denen Anknüpfungspunkte zu Fragen nach der Gestaltung der Zukunft und dem Rahmenthema Stadt der Zukunft besonders ins Auge fallen. Die anschließende Portfolio-Arbeit ermöglicht weiterhin eine genauso zielgerichtete wie individuelle Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler damit (Modul 1).
  2. Im Kontext der in HoriZONTec auftauchenden Fragen nach einer bewussten Gestaltung der Zukunft wird auf der Grundlage von Sachtexten zum Thema die Schreibform „Kommentar“ eingeführt und mit den Schülerinnen und Schülern eingeübt (Modul 2).
  3. Im Prozess des kreativen Gestaltens literarischer Texte zum Thema Stadt der Zukunft entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigenständige Positionen und Perspektiven und setzen sich mit Fragen des persönlichen Stils auseinander (Modul 3).

Modul 1 „Science-fiction-Portfolio-Arbeit zu einer Lektüre“

Wie wird der Mensch in zukünftigen Städten leben? Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen? Wie werden die Menschen wohnen, wie werden sie sich fortbewegen? Solche und weitere Fragen zur „Stadt der Zukunft“ wurden auch vor über hundert Jahren schon gestellt. Auf besonders prägnante und phantasievolle Weise haben Science-Fiction-Autoren in ihren Romanen utopische Antworten gegeben, die heute teilweise gar nicht mehr so utopisch klingen.

Modul 2 „Kommentare und Erörterungen zu Zukunftsfragen“

Im Rahmen des Kontextthemas wird die Schreibform „Kommentar“ auf der Grundlage von Sachtexten zum Thema Zukunft eingeführt und eingeübt. Als ein Aufhänger dient dazu zum Beispiel Karl Valentins Ausspruch: „Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.“

Modul 3 „Kreatives Schreiben von Science-fiction-Texten“

Im Prozess des kreativen Gestaltens literarischer Texte zum Thema Stadt der Zukunft entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigenständige Positionen und Perspektiven und setzen sich mit Fragen des persönlichen Stils auseinander. Inhaltlich können jetzt gegen Ende des Schuljahres auch viele Aspekte der anderen beteiligten Fächer aufgegriffen und eingearbeitet werden.

Chemie

Die Chemie des Kohlenstoffs ist zentrales Lehrplanthema in der 10. Jahrgangsstufe. Doch was hat Organische Chemie mit Zukunftsfragen im Rahmen des Themas „Stadt“ zu tun? Carbonfaserverstärkte Kunststoffe sind wichtige Werkstoffe, die aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften eine Rolle spielen könnten. Über das mögliche Profilthema „Die anorganische Seite des Kohlenstoffs“ und der Möglichkeit, auch einfache Makromoleküle und damit Kunststoffe in den Unterricht einzubauen, leistet Chemie einen unverzichtbaren Beitrag zur Konstruktion der Zukunftsstadt.

Modul „Carbonfasern – ein innovativer Werkstoff“

Carbonfasern (auch: Kohlenstofffasern oder Kohlefasern) sind industriell hergestellte Fasern aus kohlenstoffhaltigen Ausgangsstoffen. Durch die graphitartige Anordnung der Kohlenstoffatome zeigt das Material hervorragende Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit und Steifigkeit. Die Fasern werden überwiegend zur Herstellung von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) verwendet, bei denen die Carbonfasern in einer Kunststoff-Matrix eingebettet sind.
Hintergrund dieser Unterrichtseinheit ist es, mit Schülerinnen und Schülern zu diskutieren, wo und wie diese Werkstoffe in einer Stadt der Zukunft Verwendung finden könnten.

Kunst

Das Thema „Stadt der Zukunft“ bildet eine hervorragende Grundlage für die Zusammenarbeit von Kunst mit naturwissenschaftlich-technischen Fächern. In einer Zukunftsstadt spielen natürlich Baustoffe, Dämmstoffe und Bauprinzipien für Energiesparhäuser eine Rolle. Aber wie werden diese Häuser aussehen? Lassen sich Ästhetik und Funktionalität miteinander vereinbaren?

Diese und andere Fragen werden im Kunstunterricht diskutiert und kreativ beantwortet.

Modul „Kultobjekt der Zukunft“

Das Modul „Kultobjekt der Zukunft“ beginnt mit der Entwicklung kultureller Leistungen, dargestellt auf einer Zeitachse analog z. B. der Entwicklung der Trinkschale: Zunächst formen Hände eine Schale, später ermöglichen technische Errungenschaften einen verfeinerten Umgang mit anderen und neuen Materialien, wie Ton, Metall, Steingut, Glas, Porzellan und Kunststoff. Um die Zukunft zu gestalten, muss man sich in der Gegenwart auch mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

Modul „Titelseite zum Portfolio ,Science-fiction-Lektüre‘ “

Im Deutschunterricht lesen die Schüler einen Science-Fiction Roman, der eine utopische Sichtweise auf die „Stadt der Zukunft“ öffnet. Die Bearbeitung erfolgt mit der Portfolio-Methode. Zeitgleich erstellen die Schüler im Kunstunterricht die Titelseite der Portfolio-Mappe. Erprobt worden ist dies an den Romanen „Die Stahlhöhlen“ (Isaac Asimov) und „Der futurologische Kongress“ (Stanislaw Lem).

Modul „Innenraumgestaltung“

Wie leben wir in der Zukunft? Die Schüler beschäftigen sich kreativ mit der Innengestaltung von Wohnräumen in einer Stadt der Zukunft.

Modul „Architekturen in der Zukunft“

Die Schüler entwerfen und bauen ein Architekturmodell bezogen auf die Stadt der Zukunft. Dieses Modul – es wird am Ende des Schuljahres bearbeitet – stellt einerseits den Abschluss der Beschäftigung des Faches Kunst mit dem Kontextthema dar. Aber darüber hinaus können auch hervorragend die Ideen und Erkenntnisse aller beteiligten Fächer einfließen. Es kann gewissermaßen eine Synthese aus utopischen Gedanken und naturwissenschaftlichen Notwendigkeiten hergestellt werden.

Biologie

Das Fach Biologie greift die Zukunfts-Thematik in zwei Modulen auf. In städtischen Bereichen findet man eigene klimatische Bedingungen vor, wie etwa das bekannte Urban-heat-Island oder die Lichtverschmutzung der Innenstädte. Daraus entstanden im Laufe der Zeit spezielle städtische Ökosysteme. Im ersten Modul werden diese mit ihren klimatischen Besonderheiten durch die Schüler selbst erforscht. Das Modul Mikroklima wird fächerverbindend mit Physik durchgeführt. Im zweiten Modul steht das Ökosystem Fluss in der Stadt im Vordergrund.

Modul „Fluss in der Stadt“

Die Urbanisierung geht mit reger Bautätigkeit und massiver Verdichtung des Siedlungsraumes einher. Auf der anderen Seite stellen Parkanlagen, Gärten und andere Grünflächen in der Stadt Erholungsräume für die Stadtbewohner dar und bieten auch für viele Tiere Rückzugs- Nahrungs- und Brutgebiete. Gewässer sind besondere Anziehungspunkte und werden in der Stadt vielfältig genutzt. Im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie soll in Zukunft noch ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, einen guten ökologischen Zustand der Gewässer in der Europäischen Union zu erreichen. Renaturierungsmaßnahmen wie z.B. an der Isar im Stadtgebiet München, stellen für die Verfolgung dieses Ziels einen wichtigen Schritt dar. Auch in der Stadt der Zukunft sind Naturräume für die dort lebenden Menschen, aber für den Erhalt und die Erhöhung der Biodiversität von zentraler Bedeutung.
Im Rahmen des Biologieunterrichts lernen die Schüler den Fluss als Beispiel für ein Ökosystem kennen und erkunden daraufhin das Ökosystem Fließgewässer in ihrer Stadt.

Geographie

Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 etwa 75% der Menschen in Städten leben werden. Das stellt diesen Lebensraum der Zukunft vor zahlreiche Herausforderungen: miserable Lebensbedingungen in innerstädtischen Slums, Raumnot in Ballungsräumen, die Bedrohung von Metropolen durch Naturkatastrophen, die Integration von Migranten oder die Auswirkungen des Klimawandels. In zwei Modulen beschäftigen sich die Schüler im Geographieunterricht mit diesen Phänomenen und entwickeln Lösungsansätze für ihre Stadt der Zukunft.

Modul „Verstädterung – weltweit“

Verstädterung ist weltweit zu beobachten, so auch in China, Indien, Japan, den USA oder Deutschland. Anhand verschiedenster Raumbeispiele beschäftigen sich die Schüler mit den Ursachen und Auswirkungen dieses Phänomens. Dass mögliche Probleme der Verstädterung aber durchaus lösbar sind, zeigen Planspiele oder selbst geführte Interviews.

Modul „Hitzefalle Stadt? – Ein Klimaszenario“

Die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in den dicht bebauten Städten zu spüren sein, die sich zur Hitzefalle für die Bevölkerung entwickeln können. Mit Hilfe der Szenariotechnik entwickeln die Schüler Extremszenarien für das Stadtklima in München und diskutieren Möglichkeiten, den Temperaturanstieg in der Stadt aufzuhalten oder sich – falls das nicht mehr möglich ist – an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

Physik | Chemie

Modul „Thermographie und Wärmedämmung“

Ein hoher Anteil des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf das Heizen von Gebäuden. Ein wichtiges Thema für eine Stadt der Zukunft sind daher energieeffizient gedämmte Wohn- und Geschäftsgebäude.
Die Schüler lernen im Rahmen dieses Moduls im Chemieunterricht die Synthese von Polystyrol kennen, aus welchem Sie dann selbst den Dämmstoff Styropor herstellen. Parallel dazu setzten sie sich im Physikunterricht mit den Grundlagen der Wärmeleitung auseinander. Nach einer Einführung in das Prinzip der Thermographie erstellen Sie Wärmebilder von Gebäuden und werten diese thermographischen Aufnahmen aus. Im Anschluss konzipieren und bauen die Schüler selbst eine (Styropor-) Box, mit deren Hilfe sie dann den Wärmedurchgangskoeffizienten beliebiger (Dämm-) Stoffe experimentell bestimmen können.

Physik | Biologie

Modul „Mikroklima“

Der Klimawandel wird vermutlich zu Veränderungen im Mikroklima der Städte führen. Um mögliche negative Auswirkungen zu verstehen und abzumildern, ist es nötig zu wissen, welche klimatischen Besonderheiten in Städten auftreten, welche Ursachen sie haben und wie sich bauliche Maßnahmen, wie z. B. das Anlegen innerstädtischer Gewässer, Dachbegrünungen, Verdichtung der Bebauung etc. auf die Umgebung auswirken.
Die klimatischen Besonderheiten urbaner Räume beruhen sowohl auf den eingesetzten Baumaterialien, als auch auf der Architektur der Gebäude. So ist es z. B. im Sommer in stark bebauten Gebieten nachts deutlich wärmer, als im umgebenden Umland (Phänomen des urban-heat-island). Da diese Besonderheiten einerseits physikalische Ursachen besitzen, andererseits aber Auswirkungen auf die Lebewesen des städtischen Ökosystems haben, ist dieses Thema gut für einen verbindenden Unterricht der Fächer Physik und Biologie geeignet.

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